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01.02.2015: Ordenstag in Seitenstetten

Diözesane Ordensleute feierten „Tag des geweihten Lebens" im „Jahr der Orden"

Über 80 Ordensfrauen und -männer feierten im Stift Seitenstetten den „Tag des geweihten Lebens" - heuer im „Jahr der Orden". Seitenstettens Abt Petrus Pilsinger betonte bei der Vesper in seiner Predigt: „Ordensleute sind Menschen, die das Leben lieben – und das auch zeigen. Durchaus in Form auch von Humor."

Der Abt: Wir schenken Gott Freiheit, Zeit und unsere Freude. Wir sollten ihm die Freude schenken, dass wir glückliche Ordensleute sein dürfen."

Wer den Weg des geistlichen Lebens geht, brauche Begeisterung und Freude daran. Wenn die Menschen das sehen, wachse auch die Kirche, so Abt Pilsinger. Weiters gab er den Mitfeiernden mit auf den Weg: „Wir sollten auch daran erkennbar sein, dass wir den 'Luxus' Zeit haben: Zeit für das Gespräch mit Gott, Zeit für die Gemeinschaft, Zeit für gemeinsames Essen, Zeit für die Mitmenschen." Denn auch Ordensleute hätten vielfach Zeit- und Termindruck. Es solle spürbar sein, dass Ordensleute erfüllt sind von der Gegenwart Gottes. Diese Freude am eigenen Tun solle so spürbar sein, wie bei Kinderärztin Michaela Fried, die beim „Tag des geweihten Lebens" über ihr Wirken im Südsudan berichtete.

Kinderärztin berichtete über dramatischen Südsudan-Einsatz

„Wage zu lieben, wage, für den anderen in seiner Not da zu sein, und alle Furcht weicht", gab die engagierte Ärztin Michaela Fried den Ordensleuten mit auf dem Weg. Fried wirkte einige Zeit als Ärztin im jungen Staat Südsudan, der von Katastrophen aller Art heimgesucht wird: Hungernöte, Bürgerkrieg, Klima.

Glücklich, weil einmal nicht geschossen wird

Berührend erzählte die Seitenstettnerin: „Das Geheimnis unseres Einsatzes: Wir teilten unser Leben mit den Menschen, wir waren Leute von ihnen, wir waren nicht nur für sie, sondern sie waren auch für uns da. Wir waren füreinander da, in Freude und im Leid, und das macht glücklich und zufrieden." Die Ärmsten hätten viel geschenkt „viel, weit mehr, als wir Ihnen bringen konnten". Sie seien glücklich gewesen, „dass wir da sind, bei Ihnen. Sie schenkten ein Lächeln, Glück und Zufriedenheit. Ja, sie waren zufrieden, weil sie sicher waren, dass jetzt einmal nicht geschossen wird, weil Regenzeit ist."

Hoffnung schenken

Wie sahen die Tage oft aus? „Wir teilten die einzige Mahlzeit am Tag, Reis, und obwohl niemand von uns satt wurde, waren wir glücklich, gemeinsam den Tag zu beschließen." Trotz der schlimmen Erfahrungen, versuchte das Ärzteteam Positives zu bringen: „Dort, wo die Not am größten ist, hatten wir zunächst versucht, den Menschen Hoffnung und Mut zu schenken, ihnen Freude zu bringen. Erst dann, wenn die Eltern wieder Hoffnung schöpfen und ihre Kleinkinder füttern, erst dann macht es Sinn, ihnen auch medizinische Hilfe zukommen zu lassen." Trotzdem war sie vielfach mit dem Tod konfrontiert. „Für alle Begegnungen, für alles Schöne, für alles Schwere, für jede Begegnung, für jede Hilfe, die angekommen ist, für jedes strahlende Lächeln, dass mir von den Menschen, denen ich beistehen durfte, geschenkt wurde, danke ich aus ganzem Herzen", so die Ärztin.



Foto (Zarl)