16. bis 22. Aug. 2019: Assisi-Fahrt 2019

   

Wer war Franziskus

fresko cimabue Der Name "Franziskus" bedeutet "der kleine Franke" (lat.)
Franziskus wurde 1181 oder 1182 als Giovanni Bernardone in Assisi als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren. Als Jüngling bekam er den Rufnamen Francesco was auf eine Auslandsreise des Vaters zurückführte, dem die leichte französische Lebensart gefiel. Sein Leben war sorglos, Franziskus wollte Ritter werden.
fr leprakr Nach der Schlacht zwischen Assisi und Perugia kam er ein Jahr in Gefangenschaft. Franziskus wurde schwer krank was ihn zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens brachte und ihn schließlich 1203 zur Befreiung führte.
Franziskus unternahm eine Wallfahrt nach Rom und pflegte Leprakranke.

Sein soziales Denken führte zu wenig Verständnis bei seinen Mitmenschen, er wurde als Sonderling betrachtet. Dies ertrug er mit solcher Gelassenheit, dass sein Vater nachdachte, was den Sohn zu einer solchen Weltverachtung motivierte.
giottofresko Für die Wiederherstellung der kleinen Kirche San Damiano verkaufte Franziskus im Jahre 1207 einige Tuchballen aus dem Besitz seines Vaters und wurde von diesem zur Rede gestellt. Daraufhin entsagte er seinem Erbe mit den Worten, dass er künftighin weder Kleider noch Geld von ihm wolle und nur mehr Gott als seinen Vater anerkenne. Franziskus rannte nackt aus der Stadt und verabschiedete sich so von Herkunft und Gesellschaft.
1207 bis 1209 führt er ein Einsiedlerleben, währenddessen wird ihm der Aufbau von zwei anderen zerstörten Kirchen zugeschrieben.

 

Berufung der ersten Brüder

giotto gebet vor dem Kreuz 300px

"Geh hin und stelle mein Haus wieder her!"
Das war der erste Anstoß zu seinem radikalen Lebenswandel. Franziskus renovierte Kapellen in der Umgebung von Assisi und lebte mit und unter den Aussätzigen und pflegte sie.

Auf seiner Suche nach seinem Weg hörte er ...

 

Giottofresko, Assisi

Giotto Franziskus predigt HonoriusIII 300px

... am 24.11.1208 in einem Gottesdienst das Evangelium von der Aussendung der Jünger Jesu. Er fand hier seinen Auftrag zur radikalen evangelischen Armut.
1209/10 ging er mit den ersten Brüdern nach Rom zum Papst, um sich die Bestätigung für seine Lebensweise zu holen. 
Immer mehr Männer folgten dem Ruf zum einfachen Leben und ...

 

Giottofresko, Assisi

Franziskus - Visionär seiner Zeit

traum

Zunächst hielt man Franziskus für verrückt, doch seine faszinierende glühende Hingabe an Gott, seine tiefe Achtung vor der Schöpfung und sein auf das Notwendigste reduzierte Leben, löste bei vielen Menschen eine derartige Begeisterung aus, die mitriß bis zur Euphorie. Er wurde wie ein Wesen aus einer anderen Welt angesehen.
Die einfache, später verloren gegangene erste Ordensregel wurden 1210 von Papst Innozenz III, mündlich gebilligt, nachdem ihm im Traum die Vision gedeutet wurde, in der ein unbekannter Mönch die berstenden Mauern der Lateranbasilika stützte

Der Traum des Papstes Innozent III., Fresko von Giotto, Assisi

Giotto Innozenz Regelbestätigung 300px

Nach der Rückkehr aus dem Orient fand Franziskus die Ordensbrüder in Uneinigkeit, er trat von der Leitung des Ordens zurück. Franziskus wollte für sich und seine Brüder keine Ordensregel, ihm genügte die Botschaft Jesu. Aber das Leben in jeder Gemeinschaft braucht Ordnung und Richtlinien. 1223 bestätigt Papst Honoris III. die endgültige Regel des Franziskanerordens.

 

Papst bestätigt die Ordensregel (Fresko von Giotto in Assisi)

Franziskus und Klara

klara einkleidung

1212 nahm Franziskus Klara von Assisi, eine junge Frau adeliger Abstammung, in seine Gemeinschaft auf. Sie leitete das Kloster der Armen Frauen in San Damiano, den späteren Orden der Klarissen, der „Zweite Orden" der franziskanischen Familie

 

Ausschnitt aus dem Klara-Lebensbild (Kirche St. Chiara, Assisi)

portiuncula

Von den Benediktinern bekam Franziskus die kleine Kirche Portiunkula (Santa Maria degli Angeli) unterhalb von Assisi geschenkt; Franziskus gründete an diesem Ort die Gemeinschaft der Franziskaner, die Brüder versammelten sich jährlich zu den gemeinsamen Besprechungen (Kapiteln) hier. Am 3. Oktober 1206 starb Franziskus in Portiunkula.

 

Portiunkula-Kapelle, San Maria degli Angeli, Assisi

Franziskus wirkt in der Zeit - missionarischer Auftrag

Giotto Vogelpredigt 300px

Gegen Ende des Jahres 1212 machte Franziskus sich auf den Weg ins Heilige Land, erlitt jedoch Schiffbruch und wurde zur Rückreise gezwungen. Als Wanderprediger kam er 1212 nach Dalmatien, 1213 bis 1215 nach Südfrankreich und Spanien. Er wurde als „Poverello" weithin bekannt und innig verehrt, Franziskus wurde "Troubadour Gottes" genannt.

Sein vorbildlicher Lebenswandel führte dazu, dass schon zu seinen Lebzeiten zahlreiche Klöster auch jenseits der Alpen gegründet wurden. Neben den Dominikanern hatten Franziskaner entscheidende Bedeutung für Armenpflege, Seelsorge und Predigt. Immer wieder betonten die Zeugnisse Franziskus sanftmütige Demut allen Menschen und auch der armen Kreatur gegenüber.

Alle waren Brüder und Schwestern, wie es sein „Sonnengesang" ausdrückt.

Die Vogelpredigt,
Fresko in der Basilika von Assisi, um 1260

giotto Sultan

Bei weiteren Reisen im Rahmen des 5. Kreuzzuges gelang es 1219 Franziskus in Ägypten zu predigen, jedoch nicht Sultan El Malik el Kamil zu bekehren.
Er zog dann weiter ins Heilige Land, wo er bis 1220 blieb.

 

Franziskus besucht den Sultan El Malik el Kamil in Ägypten
Fresko von Giotto in der Basilika in Assisi

 

Franziskus - Weihnachten in Greccio

Giotto Weihnachten Greccio 300px

Franziskus zog sich in eine Einsiedelei im Rieti-Tal zurück.
1223 feierte er im Wald von Greccio in einem echten Stall mit Ochs und Esel und einer strohgefüllten Krippe Weihnachten, um so der Bevölkerung die Weihnachtsgeschichte näher zu bringen.

 

Weihnachtsdarstellung - Giottofresko in Assisi

Geburtsort der Weihnachtskrippe, die Grotte von Greccio

weihnachtskrippe

Franziskus und die Stigmatisation

Giotto Stigmatisation 300px

Auf seine Bitte, am Leiden Jesu Anteil haben zu dürfen, wurde er im Jahre 1224 nach einem 40 Tage langen Fasten auf dem Berg La Verna stigmatisiert: der Gekreuzigte in Gestalt eines Seraphs, von sechs Seraphenflügeln überhöht und bedeckt, neigte sich zu ihm.

Seitdem trug Franziskus, vom Leidenserlebnis Christi durchdrungen, die Wundmale an Händen, Füßen und an der Seite. Er aber verheimlichte dies, sodass sie erst bei seinem Tod bekannt wurden. Dies war die erste bezeugte Stigmatisierung der Kirchengeschichte.

Darstellung der Stigmatisierung,
Fresko von Giotto in der Basilika von Assisi

Das Sterben des Franziskus

Giotto Tod d fRanziskus 300px

Das entbehrungsreiche Leben und eine allgemeine Erschöpfung beeinträchtigten seine Gesundheit. Schließlich drohte Franziskus zu erblinden. Man brachte ihn zur medizinischen Behandlung nach Siena, doch er lehnte jede medizinische Hilfe ab.

Franziskus diktierte sein Testament und wurde unter großem Geleit nach Portiuncula zurückgetragen. Dort starb er auf bloßem Boden liegend, umgeben von seinen Ordensbrüdern, mit denen er in froher Erwartung auf „Bruder Tod" das Abendmahl gefeiert hatte.



Giottofresko Assisi

Giotto tote Franziskus und Klara 300px

Auf dem Weg nach Assisi brachten die Brüder den verstorbenen Franziskus zum Kloster San Damiano. Hier konnte sich Klara mit ihren Schwestern vom Verstorbenen verabschieden.

 

Giottofresko, Assisi

grabstaette

Aus Angst vor Reliquienräubern blieb die Grabstätte zunächst unbekannt und wurde erst 1818 gefunden. Heute ruhen seine Gebeine in der Krypta der Basilika San Francesco in Assisi.

Letzte Ruhestätte des hl. Franziskus,
die Unterkirche der Basilika von Assisi